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Alternative zum Neukauf: Generalüberholung von Rohrbiegemaschinen

Neu oder gebraucht? Beim Autokauf entscheiden die meisten Verbraucher vor allem nach dem Preis. Und steht in der Garage noch ein gut gepflegter Wagen, bei dem nur der Motor etwas ruckelt, dann ist wohl ein Werkstattbesuch die erste Wahl. Ähnlich gilt das für Rohrbiegemaschinen: Viele Anwender haben die investitionsintensiven Maschinen seit Jahrzehnten zuverlässig im Einsatz. Doch irgendwann kann die Technik an ihre Grenzen kommen. Dann ist unter Umständen eine Generalüberholung die Alternative zum Neukauf. Der Rohrbiegemaschinenhersteller Schwarze-Robitec gibt einen Überblick, wann sie sinnvoll ist – und wann nicht.

Von der Automobilbranche über den Schiffsbau bis zum Kraftwerks- oder Kesselbau: Rohrbiegemaschinen sind in vielen Branchen unverzichtbarer Bestandteil des Herstellungsprozesses. Sie müssen Rohre präzise und schnell biegen. Zwar ist eine qualitativ hochwertige Maschine eine große Investition, doch amortisieren sich die Kosten schnell. Zudem sind gute Maschinen oft jahrzehntelang im Einsatz. Kommt die Technik doch einmal an ihre Grenzen, entscheiden sich viel Anwender daher für eine Generalüberholung ihrer Maschine.

Alter Maschinenkörper, neue Komponenten
Einer der international führenden Experten für Rohrbiegemaschinen ist Schwarze-Robitec mit Sitz in Köln. Von der Beauftragung einer Generalüberholung bei Schwarze-Robitec bis zur Inbetriebnahme der überholten Maschine vergeht in der Regel ein halbes Jahr. Doch nur rund acht Wochen davon muss der Kunde auf seine Maschine verzichten. In der Vorlaufzeit besorgt der Kölner Rohrbiegemaschinenhersteller Material und Kaufteile und fertigt die Komponenten. Dann erst wird die Maschine ins Werk nach Köln geliefert und vollständig in ihre Einzelteile demontiert. Alle Schweißkomponenten und den Maschinenkörper sandstrahlt Schwarze-Robitec komplett, um die alte Lackierung abzunehmen. Zudem werden alle Schweißnähte überprüft. Während also der Maschinenkörper und die Schweißkomponenten wiederverwendet werden, tauscht Schwarze-Robitec alle Hydraulik- und Elektroinstallationen aus – etwa Hydraulikleitungen, Kabel, Schaltschrank, Steuerungstechnik und Bedienpult. Auch die gesamte Maschinensicherheit, zum Beispiel die CE-Komponenten, wird bei der Generalüberholung vollständig neu eingebaut. Denn gesetzliche Sicherheitsvorgaben haben sich seit der Erstinbetriebnahme der Maschine üblicherweise geändert. Schließlich erfolgt der Aufbau der generalüberholten Maschine – inklusive Vorabnahme in Köln und Inbetriebnahme vor Ort – genau wie bei einer Neumaschine. Dabei räumt Schwarze-Robitec eine Gewährleistung von zwölf Monaten ein.

In der Regel führt der Hersteller eine Generalüberholung als Kundenauftrag durch. Doch unter Umständen kann es vorkommen, dass eine generalüberholte Maschine zum Verkauf angeboten wird. Das kann für Interessenten vor allem dann spannend sein, wenn die Maschinenkonfiguration genau zu den Leistungsanforderungen passt und die Kaufentscheidung besonders budgetkritisch ist. Weil teure Bauteile wie der Maschinenkörper und die Schweißkomponenten wiederverwendet werden, ist eine generalüberholte Maschine im Vergleich zu einer neuen Maschine rund ein Drittel günstiger. Dennoch erhält der Kunde ein neuwertiges Produkt, das auf dem aktuellen Stand der Technik ist.

Gesamtzustand im Blick behalten
Wenn das Auto bei der Fahrt plötzlich ruckelt und mitten auf der Straße liegenbleibt, dann muss das nicht gleich ein Totalschaden sein. Vielleicht braucht es nur einen Ölfilterwechsel, neue Zündkerzen oder insgesamt einen neuen Motor. Bei einer Rohrbiegemaschine entspricht das der Baugruppenüberholung: Wird zum Beispiel eine neue Gleitschienenandrückung, ein neuer Schwenkarm oder Biegekopf eingesetzt, läuft die Maschine wieder. Allerdings gilt es, den Gesamtzustand im Blick zu behalten. Beispielsweise sind für Schwarze-Robitec-Steuerungen der alten Generationen von vor dem Jahr 2000 Ersatzteile oft nur noch eingeschränkt verfügbar und keine Erweiterungen mehr möglich. Soll die Maschine nun mechanisch aufbereitet werden, birgt die Steuerungstechnik nach wie vor ein gewisses Ausfallrisiko – eine Generalüberholung inklusive Steuerungsaustausch erscheint dann sinnvoller. Sollten sich die Produktionsanforderungen beim Kunden aber grundlegend geändert haben, dann ist wiederum eine neue Maschine vonnöten. Schließlich bringt auch beim Auto der Einbau eines neuen Motors nichts, wenn kurz darauf das Getriebe versagt – oder wenn der Halter statt seines Kombis nun einen Transporter braucht.

Auch im Hinblick auf Wartungsintervalle verhält es sich bei der Rohrbiegemaschine ähnlich wie beim Auto: Ein vielfahrender Berufspendler – entsprechend der hoch ausgelasteten Maschine im Drei-Schicht-Betrieb – wird das nächste Inspektionsintervall schneller erreichen als der sporadische Sonntagsfahrer. Je nach Auslastung, Belastung und Pflege werden so auch bei einer Rohrbiegemaschine seltener oder öfter Wartungen nötig. Das Zusammenspiel vieler Faktoren entscheidet also darüber, ob eine Generalüberholung eine sinnvolle Option ist: der Zeitpunkt, der Zustand der Maschine, die aktuellen Leistungsanforderungen in der Produktion.